Verbesserungen am YAESU FT 747
Dipl.-Ing. Thomas Friedrichs, DD0BI, Birkhahnweg 4a, 26603 Aurich
Der leichte Mobiltransceiver FT 747 von YAESU ist ein beliebtes und
verbreitetes Gerät. Der kleine Kasten ist außerordentlich robust, hat eine
sehr hohe (GX-Version), in allen Betriebsarten regelbare Ausgangsleistung
[1], und wartet mit einer Reihe von Vorzügen auf wie z.B. die Fernsteuerung
über die YAESU-CAT-Schnittstelle.
Allerdings ist der Empfänger (bedingt durch den durchgehenden Empfangs-
bereich) auch nur an einer Mobilfunkantenne gut zu gebrauchen. Beim Einsatz
als Allwellen-RX an einer aktiven Vertikalantenne ist der Empfänger aber
überfordert. Das S-Meter zeigt abends im 40m-Band S9 und im Lautsprecher
"brodelt" es.
Diesen Zustand galt es zu verbessern. Der Blick in das Schaltbild ergab
folgendes:
Das HF-Signal gelangt über sechs Bandpässe an den 1. Mischer. Die
Umschaltung der Bandpässe erfolgt auch hier mit billigen Allzweckdioden.
Ein Austausch gegen wesentlich besser geeignete PIN-Dioden ist
angeraten [2]. Man sollte konsequenterweise nicht nur die Dioden D04-D17
austauschen (diese gehören zur Filterumschaltung), sondern zusätzlich die
Dioden D01-D03, D67 und D18.
Eine weitere, deutliche Verbesserung läßt sich jedoch noch erzielen, wenn
man sich die Bandfilter etwas genauer anschaut. Der Empfangsbereich von
100kHz bis 30MHz ist auf lediglich sechs Filter aufgeteilt. An der
Zusatzbuchse für das Antennenabstimmgerät findet sich noch die Zuordnung:
Filter 1 160m (Tiefpaß; bis 2,5 MHz)
Filter 2 80m (Bandpaß; 2,5...4 MHz)
Filter 3 40m (Bandpaß; 4...7,5 MHz)
Filter 4 20m (Bandpaß; 7,5...14,5 MHz)
Filter 5 15m (Bandpaß; 14,5...21,5 MHz)
Filter 6 10m (Bandpaß; 21,5...29,9 MHz)
Ich habe die Durchlaßkurven aller Filter mit den angegebenen Werten
durchgerechnet und die Durchlaßkurven grafisch dargestellt. Die Zuordnung
der Empfangsfrequenz und der per Logik und den Schaltdioden eingeschleiften
Filtern stimmt natürlich. Aber die Filter zeigen hohe Welligkeiten. Die
höchsten Einfügedämpfungen liegen unglücklicherweise meistens genau im
jeweiligen Amateurband während die geringste Dämpfung in einen Frequenz-
bereich fällt wo starke Signale für Intermodulation sorgen.
Signale aus den Rundfunkbändern 19m, 16m und 13m können an der Diodenkenn-
linie der Schaltdioden für Intermodulation sorgen bzw. den Empfänger
übersteuern.
Als nächster Schritt erfolgt eine Neuberechnung des Bandfilters mit
optimiertem Durchlaßbereich für das 15m-Band. Um die Umrüstung so günstig
wie möglich durchzuführen, habe ich zuerst versucht, nur die Kapazitäten
auszuwechseln. Das gelingt aber leider nicht. So ließ es sich nicht
vermeiden, auch einige der nicht in jeder Bastelkiste vorhandenen
Induktivitäten in Widerstandsform auszuwechseln.
Die starken Rundfunksignale sind nun genügend gedämpft um den Empfängerzug
nicht zu überfordern. Die ZF-Verstärkung kann mit dem Regler VR01 auf der
"main-unit" etwas reduziert werden. Dadurch wird der Empfänger "ruhiger".
Wer einen Meßsender zur Verfügung hat, kann dann auch mittels VR03 bei
einem HF-Eingangspegel von -73 dBm das S-Meter auf S9 kalibrieren. Dann hat
man wenigstens einen Anhaltspunkt. Viel mehr werden es nicht, weil die
Linearität des S-Meters nicht viel mehr hergibt.
Allerdings muß man nun in Kauf nehmen, daß die reine Empfindlichkeit (die
aber alleine betrachtet nichts über die wirkliche Empfängerqualität aussagt)
in den Rundfunk- und Utilitybändern teilweise etwas geringer ist als vor der
Modifikation.
Bei einem einfachen Hörvergleich auf den Amateurbändern mit einem FT 890
bzw. ICOM IC 728 schneidet der preiswerte FT 747 nun überraschend gut ab.
Ein kleiner Nachteil dieser Modifikation ist allerdings, daß sich die
Sendeleistung auf den WARC-Bändern verringert. Die hierfür nicht mehr
optimierten Filterdurchlaßkurven reduzieren nun die Treiberleistung für das
PA-Modul etwas.
Für manche Empfangsverhältnisse und Betriebsarten ist es vorteilhaft, wenn
die AGC abschaltbar ist. Auch dies läßt sich beim FT 747 erreichen. Mit
einem Miniaturschalter in der Gehäuserückwand und folgender Beschaltung
wird die AGC schaltbar: (Hier folgt eine Abbildung, die in der Beschreibung
von mir vorhanden ist).
Wenn die AGC abgeschaltet ist, bekommt der "S-Wert" (die Lautstärke) wieder
seine ursprüngliche Bedeutung...
Die Zeitkonstante läßt sich erhöhen, wenn C116 (1uF) durch 2.2uF ersetzt
wird. Die SSB-Wiedergabe wird dadurch wesentlich verbessert.
Die für manche Geschmäcker dunkle Lautsprecherwiedergabe läßt sich
verbessern, wenn man vor dem Eingang des NF-Verstärkers (Q02, TDA2003H auf
der Display-unit) einen Kondensator von ca. 4,7nF schaltet. Dazu ist die
Verbindung zwischen R21 (47k) und C23 (16u) aufzutrennen. Dies läßt sich
auf der Lötseite der "display unit" zwischen S-Meter und Lautsprecher sehr
leicht machen. An dieser Stelle ließe sich auch relativ einfach ein
NF-Filter (aktiv oder passiv) einschleifen. Dieses könnte man auf einer
kleinen Lochrasterplatine im Gerät unterbringen.
Eine ausführliche Umbauanleitung mit allen benötigten Teilen für die
Filtermodifikation ist auf Anfrage beim Verfasser erhältlich.
[HomeBBS ist PI8AWT]
[1] Tips & Tricks, FT 747 GX: Leistungsregelung für alle Betriebsarten,
H.-J. Pietsch, DJ6HP, cq-DL 4/92, Seite 215
[2] Verbesserung des Intermodulationsverhaltens moderner KW-Amateur-
Empfänger, Dr. Jirmann, DB1NV, Hercher, DL8MX, Beam 9/92, Seite 16 ff.
2.8.1994 20:54 : WinPR (DD0BI-1)
|